"Wenn ich gegen Gladbach zwischen den Pfosten stehe...." müsste dieser Satz eigentlich beginnen. Und tatsächlich war es vom Welttorhüter der schon insgesamt fünfte schwere Patzer in einem Spiel gegen die Borussia. Jeweils zweimal zuvor schon im Trikot der Bayern sowie der Schalker griff der Weltmeister folgenschwer daneben. Dazu sei aber auch erwähnt das er der Guardiola-Elf im Hinspiel mit bärenstarken Paraden das 0:0 rettete. Spiele gegen die Fohlenelf entwickeln sich, so könnte man meinen, langsam zum Trauma für den Weltmeister-Keeper. Das er allerdings äußerst selten Gegentore verschuldet, soll dabei nicht unterschlagen werden. Es ist eben eine glückliche Fügung, das dies ausgerechnet immer gegen unsere Elf vom Niederrhein passiert. Das beim ersten Torschuss der Borussen überhaupt in der Partie gegen das Starensemble von der Isar die Kugel einschlägt, spielt uns zwar extrem in die Karten, aber wer das gesamte Spiel verfolgt hat am späten Sonntag Nachmittag, der hat eine taktische Meisterleistung gesehen. Clever verteidigt, brandgefährlich und eiskalt bei den Kontern, breite Brust, Selbstvertrauen bis in jeder Haarspitze. So und nicht anders muss man beim designierten deutschen Meister auftreten!
Bereits im Vorfeld der Partie zu sagen, wir wollen da was holen musste schon aufhorchen lassen. Zumeist fahren die Gegner ja nur nach München um nicht abgefertigt/abgeschlachtet zu werden. Danksagungen für ein "tolles Erlebnis" nach einer 0:6 Pleite wie zuletzt von Paderborner Seite zu hören waren oder ein schöngeredetes 1:4 von unserem rheinischen Nachbarn kommen den Bayern doch gerade recht um sich noch mehr gebauchpinselt zu fühlen. Das man aber mit einer klugen Strategie und einem ausgetüftelten Matchplan so viel mehr erreichen kann hat man gestern eindrucksvoll bestaunen können. Viele mögen sagen "Antifußball", "nur hinten reingestellt" usw.
Das man gegen diese Bayern keinen Hurra-Fußball spielen kann, müsste jedem halbwegs normal denkenden Menschen bewusst sein. Aber man kann die Bayern zwingen, das zu spielen was sie nicht mögen. Nämlich über die Flügel mit Flanken zu arbeiten und nicht aus der Tiefe des Mittelfeldes in die Gefahrenzone durch die Mitte den Ball durchkombinieren zu können. Borussia hat bewiesen das man nach München fahren kann ohne die Hosen voll zu haben. Alleine deshalb ist der Sieg (trotz fast 70 % Ballbesitz der Bayern) verdient!
Da Auswärtssiege in München nicht jeden Tag daher kommen wie der Postbote mit den Rechnungen, macht diesen Erfolg aus Sicht eines Fans nur um so schöner. Und diese 3 Punkte hätte uns niemand (und wenn wir ehrlich sind nicht mal wir selbst) zugetraut. Ein Ausrufezeichen an die Liga und vor allem an die direkten Konkurrenten um die Champions League Plätze Schalke und Leverkusen. Die Werkself dachte schon nach dem Sieg gegen den S04: "Da haben wir mal einen dicken Brocken rausgehauen für die Konkurrenz und uns Platz 3 für mindestens 2 Wochen erobert". Und auf der blau-weißen Seite war man sich denke ich mehr als sicher das am Ende des Spieltages es "nur" 5 Punkte Rückstand sind auf die Borussia. Nach diesem tollen Match gegen fast schon hilf- und (tor)chancenlose Münchener sieht die Realität anders und sehr viel schöner aus! Platz 3 zurückgeholt, 8 Punkte Vorsprung auf den FC Schalke. Das nenne ich mal einen raushauen!
Jetzt heißt es 2 Wochen durchatmen, regenerieren, und mit einem Sieg in Hoppenheim das ganze veredeln. Wir sind schließlich grad in der Stimmung für seltene Auswärtssiege! Wenn die Mannschaft so weiter macht wie bisher, dann kann die Belohnung nur die Königsklasse sein. Und das würde wiederum auch bedeuten, das wir unsere ach so geliebten Auftritte an Sonntagen um 17.30 Uhr erstmal zu den Akten legen können!
Bökelberg
Montag, 23. März 2015
Sonntag, 23. November 2014
Nachmittag mit offenen Fragen
Borussia unterliegt zuhause der Eintracht aus Frankfurt mit 1:3. Die zweite Niederlage in der Bundesliga in Folge. Nach der beeindruckenden Serie von 18 Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage nun also gleich zwei am Stück. Mit 20 Punkten steht man zwar immer noch recht komfortabel in der Tabelle da, und eigentlich ist eine Heimpleite gegen stark spielende Hessen auch kein Beinbruch, aber...
...was für Lehren kann man aus dieser Partie ziehen? Einige! Es fällt auf das Borussia nicht so stabil ist wie viele "Experten" dies herbeigeschrieben haben. Die Tatsache alleine ist nicht weiter dramatisch. Lautet doch die Saisonvorgabe die erneute Teilnahme am europäischen Geschäft, sprich Platz 6 (plus x). Keiner würde sich beschweren wenn am Ende ein Platz in der Königsklasse herausspringt. Man ist also von den eigenen Ansprüchen keinesfalls meilenweit entfernt. Eine schwächere Phase innerhalb der Saison ist völlig normal. So mancher "Fan" gestern im Stadion mag das wohl ein wenig anders sehen. Zugegeben habe ich mich auch geärgert über das Spiel gestern. Als Fan möchte man seine Mannschaft gewinnen sehen. Man möchte schönen Fußball sehen, viele Tore und am Ende drei Punkte für unser Team. Kann nicht immer klappen und in den letzten Jahren (speziell vor der Rückrunde 2011) ist mit "nicht immer" eigentlich "so gut wie nie" gemeint. Wenn allerdings die feine Gesellschaft auf den Rängen, die den Borussia-Park gestern zu einem neuerlichen "ausverkauft" gebracht haben und vor 3 Jahren offensichtlich noch nie ein Spiel der Borussia live verfolgt, geschweige denn von einer Sportart namens Fußball gehört haben, mehr als fragwürdige Kommentare zum Geschehen auf dem Rasen abgeben und in Scharen das Stadion ab der 75. Minute verlassen, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Sätze wie "Die sollen absteigen mit so einer Leistung" ist da noch das harmloseste. An alle die, die meinen nach ein paar guten Spielen sei es irgendwie "hip" oder "in" sich für einen echten Borussen zu halten und nach den ersten Misserfolgen ihre auswendig gelernten Stammtischparolen raus zu feuern, denen sei gesagt: bleibt doch lieber zuhause und mäht euren Rasen, wascht euer Auto, füllt von mir aus die GEZ-Unterlagen aus. Aber kommt nie wieder in den Borussia-Park!
Zum Spiel selber nun noch ein bis zwei Sätze. Es ist leider so, das ein Martin Stranzl das sensible Gebilde in der Abwehr eindeutig zusammen hält. Fehlt er, bekommt die Mannschaft Probleme. Hinzu kommt, das ein Oscar Wendt auf der Position des Linksverteidigers einmal mehr überfordert war. Schlechtes Stellungsspiel, schlechte Zweikampfquote. Leider nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Vielleicht wäre eine Variante mit Dominguez auf links und Roel Brouwers in der Innenverteidigung die bessere Lösung gewesen. Zumal die Eintracht die linke Seite als Schwachstelle schnell ausgemacht hat und viele Angriffe der Hessen über diese oftmals sträflich offengelassene Zone fuhren.
Das dann an einem Tag wie gestern vieles zusammen kommt sieht man daran wie die Tore zum 1:2 und 1:3 fallen. Den Schuss des Frankfurter Angreifers pariert der bis dahin wieder einmal starke Yann Sommer noch, aber der Abpraller fällt Alex Meier direkt vor den Schlappen und braucht die Kugel nur noch über die Linie zu schieben. Das Sommer dann auch mit einem dicken Bock das 1:3 verschuldet weil er das Spiel schnell machen will, dabei aber den Ball den Frankfurtern direkt in die Füße spielt, ist bitter aber verschmerzbar. Trotzdem kein größerer Vorwurf an der Schlussmann denn der Schweizer spielt bis hierhin eine tadellose Saison. Shit happens.
Unter "Shit happens" kann man den Fauxpas des anderen Schweizers Granit Xhaka sicherlich nicht einordnen. Das Xhaka ein kleiner Hitzkopf ist war vorher schon bekannt. Das er das gestern auch wieder unter Beweis stellen musste, das hätte es sicher nicht gebraucht. Erst aus Frust den Ball weghauen und dafür gelb zu sehen ist zwar ärgerlich aber da kann man noch sagen ok. Nur eine Minute später wie ein Berserker einen Frankfurter im Mittelfeld völlig ohne Not umzupflügen und folgerichtig gelb-rot zu sehen ist dann schon mit verlaub sehr dämlich.
Es gilt jetzt für die Borussia, diese bis hierhin sehr intensive Hinrunde zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen und sich nicht von dem leichten Abwärtstrend anstecken zu lassen. Weder auf dem Rasen noch auf den Rängen. Am Donnerstag geht es ja zum Glück schon weiter in Villarreal. Dort kann man die Möglichkeit nutzen, zuletzt eingebüßtes Selbstvertrauen wieder herzustellen.
...was für Lehren kann man aus dieser Partie ziehen? Einige! Es fällt auf das Borussia nicht so stabil ist wie viele "Experten" dies herbeigeschrieben haben. Die Tatsache alleine ist nicht weiter dramatisch. Lautet doch die Saisonvorgabe die erneute Teilnahme am europäischen Geschäft, sprich Platz 6 (plus x). Keiner würde sich beschweren wenn am Ende ein Platz in der Königsklasse herausspringt. Man ist also von den eigenen Ansprüchen keinesfalls meilenweit entfernt. Eine schwächere Phase innerhalb der Saison ist völlig normal. So mancher "Fan" gestern im Stadion mag das wohl ein wenig anders sehen. Zugegeben habe ich mich auch geärgert über das Spiel gestern. Als Fan möchte man seine Mannschaft gewinnen sehen. Man möchte schönen Fußball sehen, viele Tore und am Ende drei Punkte für unser Team. Kann nicht immer klappen und in den letzten Jahren (speziell vor der Rückrunde 2011) ist mit "nicht immer" eigentlich "so gut wie nie" gemeint. Wenn allerdings die feine Gesellschaft auf den Rängen, die den Borussia-Park gestern zu einem neuerlichen "ausverkauft" gebracht haben und vor 3 Jahren offensichtlich noch nie ein Spiel der Borussia live verfolgt, geschweige denn von einer Sportart namens Fußball gehört haben, mehr als fragwürdige Kommentare zum Geschehen auf dem Rasen abgeben und in Scharen das Stadion ab der 75. Minute verlassen, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Sätze wie "Die sollen absteigen mit so einer Leistung" ist da noch das harmloseste. An alle die, die meinen nach ein paar guten Spielen sei es irgendwie "hip" oder "in" sich für einen echten Borussen zu halten und nach den ersten Misserfolgen ihre auswendig gelernten Stammtischparolen raus zu feuern, denen sei gesagt: bleibt doch lieber zuhause und mäht euren Rasen, wascht euer Auto, füllt von mir aus die GEZ-Unterlagen aus. Aber kommt nie wieder in den Borussia-Park!
Zum Spiel selber nun noch ein bis zwei Sätze. Es ist leider so, das ein Martin Stranzl das sensible Gebilde in der Abwehr eindeutig zusammen hält. Fehlt er, bekommt die Mannschaft Probleme. Hinzu kommt, das ein Oscar Wendt auf der Position des Linksverteidigers einmal mehr überfordert war. Schlechtes Stellungsspiel, schlechte Zweikampfquote. Leider nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Vielleicht wäre eine Variante mit Dominguez auf links und Roel Brouwers in der Innenverteidigung die bessere Lösung gewesen. Zumal die Eintracht die linke Seite als Schwachstelle schnell ausgemacht hat und viele Angriffe der Hessen über diese oftmals sträflich offengelassene Zone fuhren.
Das dann an einem Tag wie gestern vieles zusammen kommt sieht man daran wie die Tore zum 1:2 und 1:3 fallen. Den Schuss des Frankfurter Angreifers pariert der bis dahin wieder einmal starke Yann Sommer noch, aber der Abpraller fällt Alex Meier direkt vor den Schlappen und braucht die Kugel nur noch über die Linie zu schieben. Das Sommer dann auch mit einem dicken Bock das 1:3 verschuldet weil er das Spiel schnell machen will, dabei aber den Ball den Frankfurtern direkt in die Füße spielt, ist bitter aber verschmerzbar. Trotzdem kein größerer Vorwurf an der Schlussmann denn der Schweizer spielt bis hierhin eine tadellose Saison. Shit happens.
Unter "Shit happens" kann man den Fauxpas des anderen Schweizers Granit Xhaka sicherlich nicht einordnen. Das Xhaka ein kleiner Hitzkopf ist war vorher schon bekannt. Das er das gestern auch wieder unter Beweis stellen musste, das hätte es sicher nicht gebraucht. Erst aus Frust den Ball weghauen und dafür gelb zu sehen ist zwar ärgerlich aber da kann man noch sagen ok. Nur eine Minute später wie ein Berserker einen Frankfurter im Mittelfeld völlig ohne Not umzupflügen und folgerichtig gelb-rot zu sehen ist dann schon mit verlaub sehr dämlich.
Es gilt jetzt für die Borussia, diese bis hierhin sehr intensive Hinrunde zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen und sich nicht von dem leichten Abwärtstrend anstecken zu lassen. Weder auf dem Rasen noch auf den Rängen. Am Donnerstag geht es ja zum Glück schon weiter in Villarreal. Dort kann man die Möglichkeit nutzen, zuletzt eingebüßtes Selbstvertrauen wieder herzustellen.
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