Borussia besiegt Hannover 96 mit 2:1 und hat nach dem 11. Spieltag nun schon doppelt so viele Punkte wie nach der kompletten Hinrunde der letzten Saison. Nach zuletzt 3 sieglosen Spielen in Folge beendet die Mannschaft ihre Mini-Krise, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Eminent wichtige 3 Punkte für das Saisonziel Klassenerhalt die im Hinblick auf die kommenden Aufgaben mit Bremen und Dortmund sehr gut tun. Alles was nun noch hinzukommt ist quasi Bonus. Das man sich nicht zurücklehnen darf zeigt aber deutlich das Beispiel Eintracht Frankfurt im letzten Jahr. Doch so blauäugig wie die Hessen mit der Einstellung zur Winterpause quasi unabsteigbar zu sein wird unser Verein sicher nicht an die folgenden Spiele herangehen. Niemand darf sich in Sicherheit wiegen. Sonst landet man ganz schnell auf dem Boden der Tatsachen.
Zum Spiel selbst. Nach besagten 3 Spielen ohne Sieg und einem keineswegs überzeugenden Auftritt im Pokal in Heidenheim (inklusive "Ich darf unter der Woche etwas länger aufbleiben"- Bonbon) zeigt sich die Truppe um Chef-Ankurbler und laut "Blöd"-Zeitung jetzt schon Neu-Bayer Marco Reus wieder in der Spur und spielt vor 51000 Zuschauern im Borussia-Park zielstrebig nach vorne. Und das gegen eine Mannschaft aus Hannover, die keinesfalls zur Laufkundschaft der Liga zählt. Man erinnere sich an letzte Saison, in der man daheim trotz einer 1:0-Führung noch 1:2 gegen die Niedersachsen verlor und nicht den Hauch einer Chance auf den Sieg hatte.
Zwar erspielte sich Borussia nicht die Masse an klaren Torchancen wie zuletzt gegen Leverkusen, war aber dennoch vom Anpfiff weg die dominante Mannschaft. Größter Akitvposten war wieder mal der sehr agile Marco Reus, der in der 21. Minute sich und das Team mit dem 1:0 belohnte. Nach feinem Zuspiel von Mike Hanke ging Reus auf´s Tor von Zieler zu und sah sich umringt von Abwehrspielern. Frei nach dem alten Spruch "Wenn du nicht weißt wohin mit dem Ball, dann schieß ihn doch einfach in´s Tor" tat er das dann auch mit links durch die Beine von 96-Verteidiger Pogatetz in die rechte untere Ecke. Bezeichnenderweise ist es jener Emanuel Pogatetz, der nur 5 Minuten später nach einem langen Freistoß von Christian Pander den Ausgleich erzielt, in dem er einfach im Strafraum den Ball vor den Kopf bekommt und dieser in´s Tor trudelt. Ein Tor aus dem nichts von einem Torschützen der garnicht weiß, warum er getroffen hat. Kurios und unverdient, denn Hannover hatte eigentlich nur eine Torchance in HZ1 nach einem Linksschuss von Pander nach Vorlage von rechts durch Schlaudraff.
Die 2. Hälfte beginnt mit einem gefährlichen Freistoß von Pander der als Aufsetzter vor die Kiste von Ter Stegen kommt und er diesen Ball stark pariert. In der 51. Minute dann die erneute Führung durch den besten Mann auf dem Platz Marco Reus. Einen langen Ball aus der Abwehr von Dante leitet Arango direkt weiter auf Reus, der zieht in die Mitte und schließt mit einem satten Rechtsschuss in´s linke Eck ab. Die Entscheidung! 96 kommt zwar noch ein oder zweimal vor´s Tor von Marc-Andre Ter Stegen aber wirklich zwingende Aktionen springen dabei nicht hereus. Schon garnicht nachdem der beste Hannoveraner Chritian Pander nach 70 Minuten das Feld verlässt.
Am Ende stehen 3 Punkte nach einer konzentrierten Vorstellung, die die Fans zweifellos lieber nehmen als nur einen Punkt nach einem überragenden Auftritt (siehe Leverkusen). Einigkeit in den Meinungen das dieser Sieg ganz wichtig war und mit Blick auf die Tabelle wo die Borussia von Platz 5 grüßt und einem beruhigendem Punktepolster nach unten eine ganze Menge Sicherheit gibt. Denn wie gesagt, die nächsten Heimspiele werden schwer genug. Doch auch die schweren Gegner müssen erstmal zeigen, das sie im Borussia-Park was mitnehmen können. Das ist in dieser Saison noch keinem Team gelungen.
Bökelberg
Sonntag, 30. Oktober 2011
Mittwoch, 26. Oktober 2011
"Bloß keine Verlängerung..." - Ein kleiner Ostalb-Traum
Pokal-Abend mit der Borussia in Heidenheim. Ein Verein der nach mehreren Fusionen bzw Abspaltungen nun 1.FC Heidenheim 1846 heißt, und durch erhebliche finanzielle Unterstützung der Firmen Voith und Hartmann in den letzten Jahren der nächste "Emporkömmling mit Pseudotradition" a la Hoffenheim ist. 520 km Anreise an einem Dienstagabend und die Erwartungshaltung in einem Dorf anzukommen in dem der Hund begraben ist. Aber weit gefehlt. Heidenheim an der Brenz ist Kreisstadt des Landkreises Heidenheim und mit 48000 Einwohnern eine mittelgroße Stadt mit vielen alten Gebäuden und einem Schloss als Wahrzeichen das auf einem Berg die Stadt überragt. Auf jenem Berg steht auch das Stadion. Die Voith-Arena (ehemals Alb-Stadion) ist ein kleines Schmuckkästchen mit Platz für 10000 Zuschauern. Doch damit hört die Romantik dann auch auf. In Stadionnähe keine einzige Kneipe, nur die Hotelbar vom Best-Western als Alternative verfügbar. Und aufgrund der extra für dieses Spiel immens hohen Eintrittspreise (100 % Aufschlag) die einzige Gelegenheit nochmal ein wenig Gerstensaft zu tanken, da man die Getränkestände im Stadion boykottieren wollte.
Im Stadion selbst angekommen fragt man sich ernsthaft wie man einen Preis von 20 Euro für einen Stehplatz, auf dem man durch Stahlpfeiler in der Sicht auf´s Spielfeld auch noch eingeschränkt wird, rechtfertigt.
Mit dem Wissen um eine etwa 6-stündige Rückreise im Kopf hoffte wohl jeder der mitgereisten Borussen darauf, nur nicht in die Verlängerung zu müssen oder noch schlimmer gar ins Elfmeterschießen. Das Borussia es seinen Fans aber natürlich nicht so einfach macht, hätte man eigentlich vorher wissen müssen. Die Geschichte des Spiels ist daher schnell erzählt. Gladbach mit klarer Feldüberlegenheit und mal wieder eine Chancenverwertung, für die es keine rationale Erklärung gibt. Pech ( 2 mal Pfosten) und Unvermögen führen dazu, das man einen 2 Spielklassen tiefer agierenden Gegner nicht nach 90 Minuten bezwingt und es kommt daher wie es kommen muss. Einer relativ ereignislosen Verlängerung folgt das Elfmeter-Roulette. Im Hinterkopf läuft die Rückreise-Uhr immer weiter und verschiebt die Ankunft im heimischen Bett um gut und gerne 1 1/2 Std nach hinten.
Die Borussen geben sich als Schützen dann jedoch keine Blöße und Marc-Andre Ter Stegen macht einen hervorragenden Job im Kasten. Der dritte Schütze der Heidenheimer und Ex-Gladbacher Spann schiebt seinen Strafstoß schwach Richtung Tormitte und bereitet Ter Stegen keine Probleme. Gegen Florian Tausendpfund, den fünften und letzten Schützen des FCH, pariert Ter Stegen indes ganz stark und lenkt den wuchtigen Schuss mit der linken Hand ab. Ende, Aus, eine Runde weiter. Aber das hätte auch ins Auge gehen können. Fahrlässigkeit wurde grade im Pokal in solchen Situationen schon oft genug bestraft. Bleibt die Erkenntnis, das es nur ein kleiner Ostalb-Traum anstatt eines ausgewachsenen Albtraums wurde, ud die Hoffnung bei der Auslosung am Samstag im Sportstudio eine Aufgabe zugelost zu bekommen, die erstens lösbar und zweitens besser erreichbar ist.
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